Ausländeranteil in Georgien
Ausländeranteil in Georgien
Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger an der Gesamtbevölkerung Georgiens beträgt rund 4 % – ein sehr niedriger Wert im internationalen Vergleich. Damit ist Georgien kein traditionelles Einwanderungsland; für Jahrzehnte war es primär ein Auswanderungsland. Das Bild hat sich jedoch seit etwa 2016 verändert und insbesondere seit 2022 beschleunigt: Georgien hat sich zu einem international bekannten Ziel für digitale Nomaden, Investoren und Kriegsflüchtlinge entwickelt – ein Wandel, der im offiziellen Ausländeranteil noch nicht vollständig reflektiert ist.
Wer sind die Ausländer in Georgien?
Die in Georgien lebende ausländische Bevölkerung lässt sich grob in folgende Gruppen einteilen:
- Russische Staatsbürger (seit 2022 stark zugenommen): Nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 sind schätzungsweise 80.000–120.000 russische Staatsbürger nach Georgien eingereist. Ein Teil ist wieder abgereist, aber die russische Community – IT-Fachleute, Unternehmer, Menschen, die Wehrdienst vermeiden wollten – ist dauerhaft sichtbar besonders in Tiflis. Russischsprachige Cafés, Geschäfte und Coworking-Spaces haben stark zugenommen.
- Ukrainische Flüchtlinge: Seit 2022 auch rund 20.000–30.000 dauerhaft in Georgien lebende Ukrainer, die teils als Flüchtlinge, teils als Nomaden oder Investoren kamen.
- Westliche Expats und digitale Nomaden: Seit der Einführung des „Remotely from Georgia"-Programms 2020 und der Öffnungspolitik Georgiens hat sich eine wachsende englischsprachige Community von schätzungsweise 15.000–25.000 langfristig ansässigen Westlern (Deutschland, USA, UK, Frankreich, Israel) gebildet.
- Türkische Staatsbürger: Als wichtigster Handelspartner und Investor hat die Türkei eine signifikante Business-Community in Tiflis und Batumi. Schätzungsweise 5.000–8.000 dauerhaft ansässige Türken.
- Andere: Armenier (historisch bedeutende Minderheit, besonders in Tiflis-Avlabari), Aserbaidschaner, Iranische Staatsbürger (Handelsinteressen).
Warum der Ausländeranteil so niedrig ist
Georgien war historisch nicht attraktiv für Massenimmigration: niedrige Löhne (Durchschnittseinkommen unter 700 USD/Monat), begrenzte Sprachkenntnisse (Georgisch als isolierte Sprache), fehlende Einwanderungsinfrastruktur (keine EU-Freizügigkeit). Das ändert sich: Englischsprachige Services, niedrige Steuern (0 % Einkommensteuer auf ausländische Einnahmen für bestimmte Kategorien), einfache Kontoeröffnung und ein aktiver Wohnungsmarkt machen Georgien zunehmend attraktiv.
Gleichzeitig zeigen offizielle Statistiken (Geostat, Public Registry) eine Diskrepanz zwischen registrierten Ausländern und tatsächlich Anwesenden: Viele digitale Nomaden und Kurzaufenthalter leben monatelang in Georgien, ohne sich offiziell anzumelden. Der tatsächliche Anteil der Nicht-Georgier dürfte im Großraum Tiflis deutlich über 4 % liegen.
Gesellschaftliche Wahrnehmung
Die georgische Gesellschaft hat traditionell eine ausgeprägte Gastfreundschaft gegenüber Besuchern und Ausländern. Der rapide Zuzug russischer Staatsbürger nach 2022 hat jedoch in Teilen der Bevölkerung Misstrauen und Unmut ausgelöst – angesichts der russischen Besatzung georgischen Territoriums (Abchasien, Südossetien) ist die Symbolik einer großen russischen Community in Tiflis für viele Georgier schwierig. Antirassistische oder xenophobe Vorfälle gegen andere Nationalitäten (Westeuropäer, Ostasiatische Nomaden) sind selten dokumentiert.
Für Zuzügler relevant
Ein niedriger Ausländeranteil bedeutet: Man fällt als Ausländer auf und ist deutlich seltener als in westeuropäischen Metropolen. Im sozialen Umfeld in Tiflis (besonders in der Old Town, Vake, Vera, Saburtalo) ist die internationale Community jedoch so präsent, dass man sich keineswegs isoliert fühlt. Außerhalb Tiflisʼ und Batumis sinkt die internationale Präsenz drastisch – Englisch wird kaum gesprochen, eine westliche Expatgemeinschaft fehlt weitgehend.
Fazit: Der geringe Ausländeranteil von 4 % beschreibt Georgiens traditionellen Status als Auswanderungsland – aber der aktuelle Wandel zu einem international bekannten Nomaden- und Investorenziel macht diesen Wert zunehmend unrepräsentativ für die real erlebbare Internationalität vor allem in Tiflis.
Dieser Artikel wurde erstellt am 5. Mai 2026
Ausländeranteil — Globales Ranking ↗
| # | Land | Wert | Score |
|---|---|---|---|
| 1 | Katar |
88 | 97 |
| 1 | Vereinigte Arabische Emirate |
88 | 97 |
| 3 | Kuwait |
70 | 77 |
| 4 | Monaco |
68 | 75 |
| 5 | Sint Maarten |
60 | 66 |
| … | |||
| 121 | Samoa |
4 | 5 |
| 121 | Kroatien |
4 | 5 |
| 121 | Georgien |
4 | 5 |
| 121 | Ecuador |
4 | 5 |
| 130 | Belarus |
3 | 4 |
| … | |||
| 225 | Kuba |
0,1 | 1 |
| 225 | China |
0,1 | 1 |
| 225 | Indonesien |
0,1 | 1 |












