Bankgeheimnis-Index in Georgien

Georgien
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Score / 100
#104
von 231 Ländern

Bankgeheimnis-Index in Georgien

Der Indikator Bankgeheimnis-Index misst den Grad an Bankvertraulichkeit und Finanzprivatsphäre – aus der Perspektive eines Nutzers, der private Bankoptionen sucht. Wichtig: Ein hoher Score bedeutet mehr Bankgeheimnis (mehr Finanzprivatsphäre). Georgien erzielt einen Score von 52/100 – ein mittlerer Wert, der eine Zwischenposition beschreibt: mehr Bankprivatsphäre als stark transparenzorientierte westeuropäische Staaten, aber deutlich weniger als klassische Finanzzentren wie die Schweiz oder Singapur.

Was der Score-Wert 52 bedeutet

Georgien befindet sich im mittleren Bereich: Das Land ist seit 2019 CRS-Mitglied und tauscht automatisch Kontoinformationen mit über 100 Partnerländern aus. Wer aus einem CRS-Mitgliedsland (EU, UK, Australien, Kanada u.v.m.) stammt und ein georgisches Konto hält, wird dem Heimatfinanzamt automatisch gemeldet. Georgische Konten sind nicht unsichtbar – CRS stellt sicher, dass keine vollständige Anonymität besteht. Dennoch gibt es Faktoren, die Georgien im mittleren Score-Bereich halten:

  • Einfache Kontoöffnung für Ausländer: Ohne Residenzpflicht, oft nur mit Reisepass – historisch ein Merkmal offener Finanzstandorte
  • Weniger bilaterale TIEAs: Georgien hat weniger Tax Information Exchange Agreements als westeuropäische Länder, was das Informationsaustausch-Netz gegenüber Nicht-CRS-Ländern einschränkt
  • Regulatorische Reife: Die NBG-Aufsicht liegt noch unter EU-Vollniveau (PSD2, Open Banking); AML-Anforderungen wurden seit 2019 verschärft, sind aber noch im Aufbau
  • Territoriales Steuersystem: Ausländische Einkünfte nicht-ansässiger Georgien-Residenten werden nicht besteuert – ein Merkmal, das Georgien für internationale Nutzer attraktiv macht

Für Expats: Was das in der Praxis bedeutet

Wer in einem CRS-Staat steuerlich ansässig bleibt und georgische Konten führt, muss diese in der Heimatsteuererklärung deklarieren – das Heimatfinanzamt erhält die Information automatisch. Die Nichtdeklaration ist seit 2019 genauso riskant wie bei einem deutschen oder österreichischen Konto. Für US-Bürger gilt zudem FATCA: Georgien hat ein IGA-Abkommen mit den USA; FBAR- und ggf. Formular-8938-Meldepflichten bestehen unabhängig vom Kontostand.

Georgiens mittlere Score-Position bedeutet in der Praxis: solide Bankoptionen mit echter Finanzinfrastruktur, kombiniert mit gesetzlich geregeltem aber nicht maximalem Transparenzniveau. Für legale Expat-Nutzung ein ausgewogener Standort – weder Hochsicherheitsfinanzplatz noch vollständig EU-äquivalent transparentes System.

Methodik: Wie kommt der Score zustande?

Der Rohwert 52 basiert auf dem Tax Justice Network Financial Secrecy Index 2024 für Georgien sowie OECD BEPS/CRS-Compliance-Ratings. Die Skala reicht von 0 (keine Bankprivatsphäre) bis 100 (maximales Bankgeheimnis). Der Score wird linear normiert: höhere Werte spiegeln mehr Finanzprivatsphäre wider. Einfließende Kriterien: Grad der CRS/AEOI-Umsetzung, Anzahl aktiver TIEAs, FATF-Mutual-Evaluation-Ergebnis sowie Offenheit der Kontoöffnung für Nicht-Residenten.

Fazit: Mit Score 52/100 liegt Georgien im mittleren Bereich: CRS-Mitglied seit 2019, kein anonymes Banking, aber einfacher Kontozugang für Ausländer und noch nicht vollständig EU-äquivalentes Transparenzniveau. Für Expats, die legale private Bankoptionen außerhalb des EU-Rahmens suchen, ist Georgien ein praktikabler Mittelweg.

Quellen

Dieser Artikel wurde erstellt am 13. April 2026

Bankgeheimnis-Index — Globales Ranking ↗

# Land Wert Score
1 Kaimaninseln 88 87
2 Schweiz 82 81
3 Nordkorea 80 79
3 Britische Jungferninseln 80 79
5 Liechtenstein 78 77
104 Montenegro 52 52
104 Palästina 52 52
104 Georgien 52 52
104 Guam 52 52
104 Nördliche Marianen 52 52
227 Schweden 32 32
227 Norwegen 32 32
227 Neuseeland 32 32
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