Bevölkerungsdichte in Georgien

Georgien
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von 231 Ländern

Bevölkerungsdichte in Georgien

Georgien hat eine Bevölkerungsdichte von 57 Einwohnern pro km² – ein vergleichsweise niedriger Wert, der das Land als dünn besiedelt einordnet. Dieser Durchschnittswert verdeckt jedoch eine extreme Ungleichverteilung: Während Tiflis mit mehreren tausend Einwohnern pro Quadratkilometer zu den verdichtet besiedelten Hauptstädten der Region gehört, sind große Bergregionen des Großen Kaukasus mit weniger als 5 Einwohnern pro km² nahezu menschenleer.

Die geographische Grundstruktur der Besiedlung

Die Bevölkerungsverteilung Georgiens folgt geologischen und klimatischen Mustern:

  • Tiflis und Großraum: Die Hauptstadtregion (Tbilisi Municipal District) hat eine Dichte von etwa 700–800 Einwohnern/km², das Stadtzentrum deutlich mehr. Rund 30 % der Gesamtbevölkerung leben auf weniger als 1 % der Landesfläche.
  • Tiefland und mittlere Lagen (Kartli, Imereti, unteres Kachetien): Dichten von 30–80 Einwohnern/km² – georgisches Kernland mit intensivem Ackerbau, Weinbau und Kleingewerbe. Die Bevölkerung ist hier am stabilsten, auch wenn Landflucht spürbar ist.
  • Schwarzmeerküste (Adjara, Samegrelo): Batumi und Umgebung haben durch den Tourismusboom eine deutliche Verdichtung erfahren. Adjara als autonom regierende Region mit ca. 350.000 Einwohnern auf 3.000 km² hat eine mittlere Dichte von ca. 117/km².
  • Hochgebirgsregionen (Svanetien, Racha, Tuschetien): Dichten von unter 5 Einwohnern/km². Tuschetien, das spektakuläre Hochgebirgsgebiet im Nordosten Georgiens, ist im Winter vollständig verlassen – die Bevölkerung zieht ins Winterquartier ins Tiefland. Svanetien hat durch Brain Drain und Urbanisierung seit den 1990er-Jahren rund 40 % seiner Einwohner verloren.

Dichte-Dynamik: Urbanisierung und Entleerung

Georgien erlebt eine klassische Doppelbewegung: Verdichtung in den städtischen Zentren bei gleichzeitiger Entleerung des ländlichen Raums. Besonders betroffen sind:

  • Bergdörfer im Kleinen Kaukasus und Großen Kaukasus: Viele Dörfer haben seit 1991 60–80 % ihrer Bevölkerung verloren. Geostat dokumentiert, dass rund 200 Dörfer im Land als „funktional verlassen" gelten – weniger als 10 permanente Bewohner.
  • Wachstumsregionen: Tiflis, Batumi, Rustawi-Umland (durch industrielle Ansiedlung) und Mtskheta (durch die Nähe zu Tiflis) wachsen. Der Großraum Tiflis erweitert sich durch suburbanisierende Mittelschichtshaushalte in Richtung Mtskheta, Rustawi und Gori.

Für Expats und Zuzügler

Die niedrige Durchschnittsdichte von 57/km² täuscht darüber hinweg, dass Tiflis eine typische dicht besiedelte Hauptstadt ist mit den damit verbundenen Staus, Lärm und Komfort. Wer außerhalb von Tiflis und Batumi lebt, erlebt das echte ländliche Georgien mit teilweise sehr dünner Besiedlung. Das ist Freiheit und Einsamkeit zugleich: Leere Berglandschaften, aber auch fehlende Services, schlechte Straßen und keine Nachbarschaft. Für Personen, die Ruhe und Natur suchen, bietet die geringe Dichte außergewöhnliche Möglichkeiten; für Stadtmenschen ist Tiflis das einzige vollwertige urbane Angebot.

Fazit: Georgiens durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 57/km² beschreibt eine gespaltene räumliche Realität: eine hochverdichtete Hauptstadt und dünn besiedelte bis verlassene Bergregionen. Die Urbanisierungsdynamik verstärkt diese Polarisierung.

Dieser Artikel wurde erstellt am 5. Mai 2026

Bevölkerungsdichte — Globales Ranking ↗

# Land Wert Score
1 Westsahara 2 100
1 Mongolei 2 100
3 Australien 3 95
3 Namibia 3 95
3 Französisch-Guayana 3 95
73 Eritrea 55 64
73 Afghanistan 55 64
82 Georgien 57 63
82 Wallis und Futuna 60 63
84 Tansania 63 62
229 Singapur 7800 11
230 Macau 21000 1
230 Monaco 25000 1
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