Digitales-Nomaden-Visum in Georgien
Digitales Nomaden-Visum in Georgien
Der Indikator Digitales Nomaden-Visum bewertet, ob ein Land ein offizielles, speziell auf ortsunabhängig arbeitende Personen zugeschnittenes Visumprogramm anbietet — und wie gut es in der Praxis funktioniert. Georgien erreicht hier den Höchstscore von 100/100 und belegt damit Rang 1 weltweit: Das Land verfügt mit dem „Remotely from Georgia"-Programm über eines der bekanntesten und etabliertesten Nomaden-Visa weltweit.
Das Programm: Entstehung und Funktionsweise
Georgien lancierte das Programm „Remotely from Georgia" im Jahr 2020 — kurz nach Beginn der COVID-19-Pandemie, als remote Arbeit weltweit schlagartig an Bedeutung gewann. Das Programm ermöglicht Staatsangehörigen der meisten westlichen Länder, für bis zu 360 Tage pro Jahr visafrei in Georgien zu leben und legal remote zu arbeiten — ohne die übliche Begrenzung auf touristische Kurzaufenthalte. Die Grundbedingung: ein nachweisbares Einkommen aus einer digitalen Tätigkeit und eine Unterkunft in Georgien.
Das Programm ist bewusst niedrigschwellig gestaltet: Kein separater Visumantrag, keine Einkommensnachweise bei Einreise, keine behördliche Registrierung als Arbeitserlaubnis. Für Staatsangehörige aus rund 95 Ländern — darunter Deutschland, Österreich, Schweiz, alle EU-Mitgliedsstaaten, USA, UK und Kanada — gilt die 360-Tage-Regel automatisch. Die Einreise erfolgt mit dem Reisepass; ein spezifisches Nomadenvisum als Stempelform wird nicht ausgestellt.
Steuerliche Rahmenbedingungen für Nomaden
Ein zentrales Element des georgischen Nomaden-Modells ist die Steuersituation. Georgien hat ein territorialprinzipbasiertes Steuersystem: Ausländische Einkünfte, die für ausländische Auftraggeber erbracht werden, unterliegen grundsätzlich keiner georgischen Einkommensteuer. Wer als Freelancer oder Remoteworker für EU- oder US-Kunden arbeitet und in Georgien lebt, zahlt auf dieses Einkommen keine georgische Steuer — solange keine georgische Betriebsstätte begründet wird.
Für eine vereinfachte Besteuerung nutzen viele Nomaden den Status des Kleinunternehmers (Small Business Status) oder melden sich als Individueller Unternehmer (IP). Diese Strukturen ermöglichen pauschale Steuersätze von 1–5 % auf Umsatz statt auf Gewinn. Die Gründung dauert wenige Stunden und kostet unter 100 USD. Georgien ist damit steuerlich eines der attraktivsten Länder weltweit für digitale Nomaden mit ausländischen Einnahmen.
Praxis: Was Nomaden berichten
Tiflis hat sich seit 2020 zu einem der beliebtesten Nomaden-Hubs Eurasiens entwickelt. Gründe:
- Niedrige Lebenshaltungskosten: Wohnungen in zentralen Lagen für 400–800 USD/Monat, günstiges Essen und lokaler Transport
- Schnelles Internet: Glasfaserverbindungen flächendeckend in Tiflis; Coworking-Spaces mit stabiler Verbindung im Überfluss
- Aktive Community: Zahlreiche internationale Nomaden-Communities, regelmäßige Events, etablierte Onlinegruppen
- Visa-Unkompliziertheit: Keine Anträge, keine Wartezeiten — einfach einreisen und bleiben
Kritische Punkte: die politische Instabilität nach den Demonstrationen 2024, Sprachbarrieren außerhalb der nomadischen Bubble und gelegentliche Infrastrukturprobleme in älteren Gebäuden.
Abgrenzung: Touristenaufenthalt vs. Nomaden-Status
Wichtig zu verstehen: Das „Remotely from Georgia"-Programm ist kein formales Visum, sondern eine Auslegung bestehender visumfreier Einreiserechte. Es gibt keinen speziellen Nomadenvisum-Stempel. Wer länger als 360 Tage bleiben will, muss ausreisen und erneut einreisen oder eine reguläre Aufenthaltserlaubnis beantragen. Die informelle Struktur sorgt für maximale Flexibilität — die Regeln wären theoretisch schnell änderbar, wurden bisher aber bewusst offengehalten.
Vergleich mit anderen Ländern
- Portugal (NHR + D8-Visum, ~88/100): Formelleres Visummodell mit EU-Rechtssicherheit; teurer als Georgien
- Thailand (LTR-Visum, ~72/100): 10-Jahres-Visum für Hochverdiener; bürokratischer als Georgiens Ansatz
- Estland (Digital Nomad Visa, ~80/100): EU-Standort mit DSGVO-Schutz; höhere Lebenshaltungskosten
- Deutschland (Freelancer-Visum, ~40/100): Existiert, aber aufwendig und kostenintensiv
- Russland, China (~0/100): Kein legales Nomaden-Visummodell; Arbeit auf Touristenvisum faktisch illegal
Fazit: Georgien ist weltweit führend beim Nomaden-Visum — nicht wegen formaler Komplexität, sondern gerade wegen seiner Unkompliziertheit: Einreise, bleiben, arbeiten, günstig leben. In Kombination mit dem Territorialprinzip im Steuerrecht und niedrigen Lebenshaltungskosten ist Georgien für digitale Nomaden mit ausländischem Einkommen eine der global attraktivsten Optionen.
Dieser Artikel wurde erstellt am 27. April 2026
Digitales-Nomaden-Visum — Globales Ranking ↗
| # | Land | Wert | Score |
|---|---|---|---|
| 1 | Estland |
Ja | 100 |
| 1 | Malta |
Ja | 100 |
| 1 | Malediven |
Ja | 100 |
| 1 | Deutschland |
Ja | 100 |
| 1 | Namibia |
Ja | 100 |
| … | |||
| 1 | Kolumbien |
Ja | 100 |
| 1 | Fidschi |
Ja | 100 |
| 1 | Georgien |
Ja | 100 |
| 1 | Montserrat |
Ja | 100 |
| 1 | Albanien |
Ja | 100 |
| … | |||
| 48 | Vanuatu |
Nein | 1 |
| 48 | Salomonen |
Nein | 1 |
| 48 | Nepal |
Nein | 1 |












