Dürrerisiko in Georgien

Georgien
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Score / 100
#96
von 231 Ländern

Dürrerisiko in Georgien

Georgien ist ein klimatisch zweigeteiltes Land: Während Westgeorgien zu den regenreichsten Regionen des Kaukasus gehört, ist Ostgeorgien – besonders Kachetien, das Kartli-Tiefland und das Djavakheti-Hochland – deutlich trockener und zunehmend von Dürreperioden betroffen. Das Risiko ist real, aber regional konzentriert – klimatische Trends der letzten Jahrzehnte zeigen eine Verschärfung in den ariden Teilen des Landes.

Klimatische Grundlagen: Wo trocknet Georgien aus?

Die Trennlinie für Dürrerisiko verläuft grob entlang des Likhis-Gebirges, das Georgien in zwei Klimabereiche teilt:

  • Westgeorgien (feucht): Kolchische Tiefebene, Adjara, Samegrelo – Jahresniederschlag 1.200–3.000 mm. Dürrerisiko minimal bis gering.
  • Ostgeorgien (semiarid): Kachetien und das untere Alazani-Tal (600–800 mm/Jahr), Kvemo Kartli, Shida Kartli (450–700 mm/Jahr), Djavakheti-Hochland (300–500 mm/Jahr). Diese Regionen zeigen typische Dürremuster: längere trockene Perioden zwischen Mai und September, sinkende Grundwasserspiegel, Stauseeschwund.

Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Der georgische Weinbau – kulturell und wirtschaftlich die bedeutendste Landwirtschaftsbranche – ist besonders betroffen. Die Alazani-Ebene in Kachetien, das Herzstück des georgischen Weinbaus, erlebt seit 2015 häufiger kritische Trockenphasen während der Vegetationsperiode. Das Ministry of Environmental Protection and Agriculture of Georgia hat dokumentiert, dass in den Trockenjahren 2017, 2020 und 2022 die Weintraubenernte in bestimmten Kachetien-Distrikten um 20–35 % unter dem langjährigen Mittel lag.

Bewässerungslandwirtschaft (Gemüse, Getreide) in Kvemo Kartli und dem unteren Mtkvari-Tal leidet regelmäßig unter unzureichenden Wassermengen in staatlichen Bewässerungskanälen. Die Reservoirs Jinvali-Stausee nordöstlich von Tiflis und Enguri-Stausee in Westgeorgien sind die wichtigsten Wasserreservoire; der Jvari-Stausee (Enguri-System) erreichte 2022 und 2023 historische Tiefstände.

Klimatrend: Trockenheit nimmt zu

Der IPCC-Sonderbericht zu den Auswirkungen des Klimawandels im Kaukasusraum (2022) und die nationale Klimaveränderungsstrategie Georgiens (2021–2030) identifizieren übereinstimmend:

  • Durchschnittliche Temperaturerhöhung in Ostgeorgien von +1,5 °C seit 1960
  • Abnahme der Sommerregenfälle in der Kartli-Ebene um ca. 15 % seit 1990
  • Verlängerung der Trockenperioden im Juli–August um durchschnittlich 8 Tage seit 2000
  • Rückgang der Gletscherfläche im Großen Kaukasus um ca. 20 % seit 1960 – dies reduziert langfristig die Zuflüsse der Flüsse Alazani und Iori in Trockenphasen

Auswirkungen auf Tiflis und Wasserversorgung

Die Tifliser Wasserversorgung speist sich primär aus dem Jinvali-Stausee und dem Tbilisi-Stausee östlich der Stadt. In Trockenjahren (2018, 2022) wurden kurzzeitige Wasserrationierungen in einzelnen Stadtteilen verhängt. Die Georgian Water and Power Company (GWP) hat 2023 eine Modernisierung des Verteilungsnetzes zur Reduzierung von rund 35 % Verlusten im städtischen Netz begonnen – veraltete Rohre verlieren erhebliche Wassermengen.

Für Zuzügler praktisch relevant

Im Alltag in Tiflis ist Dürre kein direktes Thema – die Stadt versorgt sich auch in Trockenperioden aus ausreichend großen Reservoirsystemen. In ländlichen Regionen Ostgeorgiens und auf dem Djavakheti-Hochland kann Wasserverfügbarkeit im Hochsommer ein praktisches Problem darstellen: Hausbrunnen in Kachetien zeigen in Dürresommern sinkende Wasserstände. Wer eine Immobilie oder ein Feriendomizil in ländlicher Ostgeorgien-Lage erwägt, sollte die lokale Wasserversorgungssituation prüfen.

Methodik: Wie kommt der Score zustande?

Der Rohwert von 32 für das Dürrerisiko stammt aus dem INFORM Risk Index (Drought) auf Basis von ND-GAIN und IPCC-Daten und misst die Dürregefährdung auf einer Skala von 0 (kein Risiko) bis 100 (extremstes Risiko). Georgiens Wert von 32 liegt im erhöhten, aber nicht extremen Bereich – bedingt durch die klimatische Zweiteilung: Westgeorgien mit hohem Niederschlag senkt den Gesamtwert erheblich, während Ostgeorgien allein betrachtet deutlich höher eingestuft würde. Die Score-Berechnung invertiert den Rohwert: Ein Rohrisiko von 32 ergibt einen Score von 68/100, was eine moderat erhöhte, aber beherrschbare Dürregefährdung anzeigt.

Fazit: Das Dürrerisiko in Georgien ist regional konzentriert auf Ostgeorgien und hat reale Auswirkungen auf Landwirtschaft und saisonale Wasserversorgung. Im städtischen Bereich ist das Risiko beherrschbar. Klimatische Trends zeigen eine Verschärfung, die in langfristigen Wohnentscheidungen berücksichtigt werden sollte – besonders für ländliche Lagen in Kachetien und Kartli.

Quellen:

Dieser Artikel wurde erstellt am 5. Mai 2026

Dürrerisiko — Globales Ranking ↗

# Land Wert Score
1 Färöer 8 91
2 Irland 10 89
2 Wales 10 89
2 Nordirland 10 89
2 Schottland 10 89
96 Puerto Rico 32 68
96 Kolumbien 32 68
96 Georgien 32 68
96 Philippinen 32 68
111 Laos 35 65
227 Ägypten 88 13
227 Vereinigte Arabische Emirate 88 13
227 Saudi-Arabien 88 13
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