Gesellschaftliche Akzeptanz in Georgien
Soziale Akzeptanz von LGBTQ in Georgien
Die soziale Akzeptanz von LGBTQ-Personen in Georgien ist sehr gering. Mit einem Score von 15/100 gehört Georgien zu den Ländern mit dem niedrigsten sozialen Akzeptanzniveau für LGBTQ-Identitäten in Europa. Das ist nicht nur eine statistische Kategorie, sondern hat konkrete Auswirkungen auf das Leben LGBTQ-Identifizierter – sowohl georgischer Bürger als auch ausländischer Zuzügler.
Meinungsumfragen: Das gesellschaftliche Bild
Mehrere internationale Umfragen zeichnen ein konsistentes Bild:
- Pew Research (2019): Nur 11 % der Georgier befürworten gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität – einer der niedrigsten Werte weltweit, niedriger als in fast allen anderen europäischen Ländern und niedriger als in mehreren Ländern Nordafrikas.
- CRRC Caucasus Barometer (2023): Rund 82 % der Befragten würden es nicht akzeptieren, wenn ein enger Freund oder eine Freund schwul oder lesbisch wäre. Rund 90 % lehnen gleichgeschlechtliche Ehe ab.
- Gallup World Poll: Georgien schneidet in LGBT-Akzeptanz-Indizes kontinuierlich unter dem Durchschnitt postsowjetischer Gesellschaften ab.
Generationsunterschiede
Ein wichtiger Nuancierungsfaktor: Die Altersgruppe 18–35 in urbanen Zentren (besonders Tiflis) zeigt deutlich mehr Toleranz als die Gesamtgesellschaft. Unter Tiflis-Studierenden und jungen IT-Fachleuten ist der Akzeptanzwert erheblich höher als in der nationalen Statistik – aber auch in dieser Gruppe bleibt öffentliche Unterstützung für LGBTQ-Rechte gesellschaftlich riskant, und private Toleranz übersetzt sich selten in öffentliche Fürsprache.
Kirchlicher und kultureller Einfluss
Die Georgisch-Orthodoxe Kirche ist der wichtigste institutionelle Faktor für niedrige Akzeptanz. Patriarch Ilia II. hat homosexuelle Beziehungen wiederholt als Sünde bezeichnet; die Kirche organisiert Gegendemonstrationen zu LGBTQ-Veranstaltungen und nutzt ihre gesellschaftliche Autorität (rund 83 % Vertrauensrate laut CRRC) aktiv, um soziale Normen zu prägen. Nationalistische Gruppen wie die Georgian March haben kirchliche Rhetorik mit aggressivem Aktivismus verbunden.
Was bedeutet das im Alltag für LGBTQ-Expats?
LGBTQ-Expats, die nach Tiflis ziehen, berichten typischerweise von einer gespaltenen Realität:
- Im internationalen Bubble (Expat-Community, Startup-Szene, NGO-Umfeld) ist offene LGBTQ-Identität akzeptiert und respektiert.
- Außerhalb dieses Umfelds – im lokalen Supermarkt, in der Nachbarschaft, beim Arzt, bei georgischen Bekannten außerhalb der liberalen Blase – erfordert offene Identität Vorsicht.
- Körperliche Zuneigung in der Öffentlichkeit (Händchenhalten, Küssen) ist für gleichgeschlechtliche Paare in Tiflis mit Risiko verbunden; in ländlichen Gebieten fast ausgeschlossen.
- Wohnungssuche als Paar kann schwierig sein, wenn die sexuelle Orientierung bekannt wird – Vermieter können faktisch diskriminieren.
Fazit: Die sehr geringe soziale Akzeptanz von LGBTQ-Personen in Georgien ist eine der wichtigsten Informationen für LGBTQ-Expats, die einen Umzug nach Georgien erwägen. Tiflis bietet Nischen der Toleranz; das gesellschaftliche Gesamtbild ist von tiefer Ablehnung geprägt, die religiöse und kulturelle Wurzeln hat und sich so schnell nicht verändern wird.
Dieser Artikel wurde erstellt am 5. Mai 2026
Gesellschaftliche Akzeptanz — Globales Ranking ↗
| # | Land | Score |
|---|---|---|
| 1 | Island |
100 |
| 2 | Niederlande |
96 |
| 3 | Dänemark |
95 |
| 3 | Schweden |
95 |
| 5 | Spanien |
93 |
| … | ||
| 152 | Antigua und Barbuda |
15 |
| 152 | Mikronesien |
15 |
| 152 | Georgien |
15 |
| 152 | Dschibuti |
15 |
| 152 | Tonga |
15 |
| … | ||
| 214 | Komoren |
5 |
| 214 | Afghanistan |
5 |
| 214 | Iran |
5 |












