Kinodichte in Georgien
Kinodichte in Georgien
Die Kinodichte in Georgien ist mit rund 1 Kino pro 100.000 Einwohner niedrig. Das Kinonetz wurde in der Post-Sowjet-Phase nahezu vollständig abgebaut und hat sich seither nur partiell erholt. In Tiflis gibt es funktionale Kinos; in ländlichen Regionen sind Kinovorführungen weitgehend verschwunden.
Geschichte des georgischen Kinos
Georgien hat eine bedeutende Kinogeschichte. Das georgische Filmstudio Kartuli Pilmi (gegründet 1921 als eines der ältesten Filmstudios der Sowjetunion) hat in der Sowjetzeit zahlreiche international anerkannte Filme produziert. Regisseure wie Tengis Abuladse (Beichte, 1984 – einer der bedeutendsten Filme über Totalitarismus, kurz vor Glasnost erschienen) und Otar Iosseliani (internationale Karriere in Frankreich) haben georgisches Kino weltbekannt gemacht.
Nach 1991 brach die staatliche Kinoförderung ein; die meisten sowjetischen Kinos schlossen oder wurden für andere Zwecke genutzt. Seit den 2000er Jahren gibt es eine vorsichtige Renaissance des georgischen Films, getragen von privaten Produzenten und internationalen Koproduktionen.
Aktuelle Kinosituation in Tiflis
- Multikino Tiflis (Cinepark, Multiplex): Mehrere Multiplexkinos im Stadtgebiet und in Einkaufszentren, die internationale Blockbuster in georgischer Synchronisation oder englischem Original mit Untertiteln zeigen.
- Kinotheatr Amirani: Historisches Kino in der Nähe des Rustaweli-Boulevard; zeigt oft europäische Arthouse-Filme und georgische Produktionen.
- Filmfestival-Kinos: Während des Tbilisi International Film Festival (jährlich) werden temporär weitere Spielstätten aktiviert.
Filmfestivals
Das Tbilisi International Film Festival (TIFF) ist das bedeutendste Filmfestival Georgiens und der Kaukasusregion, jährlich im November veranstaltet. Es zeigt internationale Arthouse-Filme, Dokumentarfilme und georgische Produktionen und hat sich als Plattform für kaukasische und osteuropäische Filmkultur etabliert.
Georgische Gegenwartskino
Jüngere georgische Filmregisseure – u. a. Zaza Urushadze (Tangerines, 2013, Oscar-nominiert für besten fremdsprachigen Film), Mariam Khatchvani (Dede, 2017) – haben internationales Interesse für das moderne georgische Kino geweckt. Die Tbilisi Film Academy und staatliche Filmmittel sind bescheiden, aber aktiv.
Streaming und Online-Konsum
Die geringe Kinodichte wird in der Praxis durch hohe Internet-Penetration (über 80 %) und breite Streaming-Nutzung kompensiert. Netflix, Amazon Prime und diverse lokale Streaming-Dienste sind aktiv nutzbar. Viele Georgier konsumieren internationales Kino primär über Streaming.
Fazit: Georgiens niedrige Kinodichte von 1/100.000 Einwohnern ist der Post-Sowjet-Abbau einer einst reicheren Kinoinfrastruktur. In Tiflis funktionieren Multiplexe und einige Arthouse-Häuser; für cinephile Expats bieten Festivals und Streaming gute Alternativen.
Dieser Artikel wurde erstellt am 5. Mai 2026
Kinodichte — Globales Ranking ↗
| # | Land | Wert | Score |
|---|---|---|---|
| 1 | Deutschland |
4,5 | 100 |
| 2 | Frankreich |
4 | 89 |
| 3 | England |
3,5 | 78 |
| 3 | Südkorea |
3,5 | 78 |
| 3 | Österreich |
3,5 | 78 |
| … | |||
| 41 | Serbien |
1 | 22 |
| 41 | Kroatien |
1 | 22 |
| 41 | Georgien |
1 | 22 |
| 51 | Uruguay |
0,8 | 18 |
| 51 | Macau |
0,8 | 18 |
| … | |||
| 218 | Eritrea |
0 | 1 |
| 218 | Afghanistan |
0 | 1 |
| 218 | Mikronesien |
0 | 1 |












