Mordrate in Georgien
Mordrate in Georgien
Der Indikator Mordrate misst die Zahl vorsätzlicher Tötungsdelikte je 100.000 Einwohner. Nach der Neubewertung vom 12. Juni 2026 verwendet Nomadino für Georgien einen Rohwert von 2,0 Tötungsdelikten / 100.000 Einwohner. Daraus ergibt sich ein Score von 91/100. Georgien liegt damit im internationalen Vergleich klar im sicheren Bereich, auch wenn die Mordrate nicht bei null liegt.
Historischer Kontext: Vom Chaos zur Sicherheit
Georgiens aktuelle Kriminalitätsstatistik ist ohne historischen Kontext kaum zu verstehen. Die frühen 1990er-Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren für das Land eine Periode tiefgreifender Instabilität: Bürgerkrieg, ethnische Konflikte, grassierende Korruption, Energiemangel und wirtschaftlicher Kollaps erzeugten ein Umfeld, in dem organisierte Kriminalität florierte und Gewaltkriminalität allgegenwärtig war. Tiflis galt damals als eine der gefährlichsten Städte der ehemaligen Sowjetunion.
Der entscheidende Wendepunkt war die Rosenrevolution 2003 und die anschließende Staats- und Polizeireform. Die Verkehrspolizei wurde 2004 neu aufgebaut, Korruption im Alltag ging deutlich zurück und die Durchsetzung staatlicher Ordnung verbesserte sich. Die Mordrate fiel im Zeitverlauf von zweistelligen Werten auf ein deutlich niedrigeres Niveau.
Einordnung
Mit 2,0 vorsätzlichen Tötungsdelikten je 100.000 Einwohner liegt Georgien deutlich unter vielen Ländern mit hoher Gewaltbelastung und nahe an mehreren europäischen Vergleichsländern. Der Wert ist allerdings kein Gesamtindex für Sicherheit: Er misst ausschließlich tödliche vorsätzliche Gewalt, nicht Kleinkriminalität, Verkehrssicherheit, häusliche Gewalt oder politische Risiken.
Sicherheitsgefühl im Alltag
Befragt man Expats und digitale Nomaden, die länger in Georgien gelebt haben, wiederholt sich ein konsequentes Urteil: Georgien ist überraschend sicher. In Tiflis können Frauen spät abends allein durch die Innenstadt gehen. Stadtteile wie Mtatsminda, Wake, das historische Zentrum und der Bereich rund um den Rustaweli-Boulevard gelten als sehr sicher. Selbst in Außenbezirken wie Gldani oder Samgori sind gewalttätige Vorfälle gegen Fremde selten.
Batumi, Georgiens zweitgrößte Stadt und Schwarzmeer-Urlaubsort, hat stark in Sicherheitsinfrastruktur investiert. Reiseziele wie Sighnaghi, Mzcheta und Telawi haben praktisch keine relevante Gewaltkriminalität gegenüber Besuchern.
Einschränkungen des Indikators
Die niedrige Mordrate sagt nichts über häusliche Gewalt aus – diese ist in Georgien statistisch untererfasst und in ländlichen Regionen stärker verbreitet. Auch verkehrsbedingte Unfälle (Georgien hat eine erhöhte Verkehrsunfallrate) sind ein separates Risikoprofil. Die Mordraten-Statistik misst ausschließlich vorsätzliche Tötungsdelikte – ein wichtiger, aber nicht der einzige Sicherheitsindikator.
Worauf Expats achten sollten
Georgien ist für Expats und digitale Nomaden inzwischen ein etablierter Standort – und die niedrige Mordrate ist einer der Gründe. Praktische Vorsichtsmaßnahmen betreffen weniger Körperverletzungsdelikte als Kleinkriminalität (Taschendiebstahl in Touristenzonen) und Verkehrssicherheit.
Methodik: Wie kommt der Score zustande?
Primärquelle ist die Weltbank-Datenreihe VC.IHR.PSRC.P5, die auf UNODC-Daten zu vorsätzlichen Tötungsdelikten basiert. Für Georgien ist der aktuell verwendete Länderwert 2,0 je 100.000 Einwohner; das letzte verfügbare Bezugsjahr in dieser Datenreihe ist 2019. Weil die aktuellsten verfügbaren Jahre je Land unterschiedlich sein können, werden Länder immer mit dem neuesten verfügbaren Wert des jeweiligen Landes bewertet.
Der Score wird nicht linear berechnet. Sehr niedrige Mordraten bleiben dadurch unterscheidbar, während sehr hohe Mordraten stärker abgewertet werden. Die verwendete Formel lautet: Score = 100 - 100 * (min(Rohwert, 80) / 80)^0,65. Bei Georgiens Rohwert von 2,0 ergibt das gerundet 91/100.
Fazit: Georgien hat bei vorsätzlichen Tötungsdelikten eine niedrige Gewaltbelastung. Für den Alltag von Expats und digitalen Nomaden ist das ein klarer Sicherheitsvorteil, sollte aber gemeinsam mit anderen Sicherheitsindikatoren wie Verkehr, Kleinkriminalität, politischer Stabilität und aktiven Konflikten gelesen werden.
Quellen:
- World Bank: Intentional homicides (per 100,000 people)
- World Bank Metadata: VC.IHR.PSRC.P5
- UNODC Data Portal
- UNODC Global Study on Homicide
Dieser Artikel wurde erstellt am 12. Juni 2026
Mordrate — Globales Ranking ↗
| # | Land | Wert | Score |
|---|---|---|---|
| 1 | Monaco |
0,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 100 |
| 1 | Tuvalu |
0,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 100 |
| 1 | San Marino |
0,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 100 |
| 1 | Amerikanisch-Samoa |
0,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 100 |
| 1 | Montserrat |
0,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 100 |
| … | |||
| 90 | Kanada |
2,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 91 |
| 91 | Nauru |
2,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 91 |
| 92 | Georgien |
2,0 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 91 |
| 93 | Fidschi |
2,1 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 91 |
| 94 | Syrien |
2,1 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 91 |
| … | |||
| 229 | St. Vincent u.d. Grenadinen |
51,3 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 25 |
| 230 | St. Kitts und Nevis |
64,2 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 13 |
| 231 | Turks- und Caicosinseln |
76,3 Tötungsdelikte / 100.000 Einwohner | 3 |












