Vulkanrisiko in Georgien

Georgien
78
HIG
Score / 100
#136
von 231 Ländern

Vulkanrisiko in Georgien

Georgien liegt in einer geologisch aktiven Zone mit nachgewiesener vulkanischer Geschichte. Die Einstufung in die Kategorie HIG (Hohe Vulkanpräsenz) bezieht sich auf die geologische Klassifikation des Territoriums als vulkanisch geprägtes Gebiet – nicht auf aktuelle Ausbruchsgefahren. In Georgien sind keine Vulkane mit regelmäßiger Aktivität bekannt; die Hauptbedrohung besteht in potenzieller Aktivierung schlafender Vulkanstrukturen, insbesondere im Großen Kaukasus und auf dem Djavakheti-Hochland.

Geologische Einordnung

Der kaukasische Raum hat eine umfangreiche Vulkangeschichte. In Georgien dominieren zwei geologisch vulkanisch relevante Zonen:

  • Großer Kaukasus / Kazbek-Region: Der Kazbek (5.047 m), einer der höchsten Gipfel Georgiens, ist ein potenziell aktiver Stratovulkan. Seine letzte dokumentierte vulkanische Aktivität liegt über 6.000 Jahre zurück (Holozän). Er gilt gemäß Smithsonian Institution Global Volcanism Program als potentially active – Aktivität in den letzten 10.000 Jahren, aber keine aktuelle Eruptionsgefahr.
  • Djavakheti-Vulkanhochland (Südgeorgien): Das ca. 1.800–2.600 m hohe Hochland zwischen Akhaltsikhe und der armenischen Grenze ist eine ausgedehnte Hochlandlavalandschaft aus dem Pliozän und Pleistozän. Vulkankegel (z. B. Samsari, Abuli, Tavkvetili) sind morphologisch gut erhalten, aber inaktiv.

Kazbek: Der bekannteste potenziell aktive Vulkan

Kazbek ist trotz seiner potenziellen Aktivität kein Gefahrenherd für Bewohner der umliegenden Region in der aktuellen geologischen Periode. Die nächste größere Siedlung, Kazbegi (Stepantsminda, rund 2.000 Einwohner), liegt in etwa 15 km Entfernung. Die Bedrohung durch Kazbek ist in der Gegenwart nicht vulkanischer Natur – sondern seismisch und durch Gletscherkatastrophen. Schmelzwasser aus dem Devdoraki-Gletscher (Nordhang des Kazbek) hat mehrfach katastrophale Schlammströme verursacht. 2014 wurden dabei Teile der Georgischen Heerstraße im Norden durch einen Schlammstrom verschüttet.

Djavakheti-Hochland: Geologisches Erbe ohne akutes Risiko

Die extensive Vulkanlandschaft des Djavakheti-Hochlands hat die Region physisch und kulturell geprägt. Zylindrische Vulkankegel und Lavafelder sind landschaftsbestimmend und touristisch attraktiv. Aktuelle geophysikalische Messungen der Georgian Technical University zeigen erhöhte Wärmeflüsse aus dem Untergrund – ein Indikator für weiterhin aktiven Magmatismus in der Tiefe, der aber keine kurzfristige Gefahr signalisiert. Vulkanisch bedingte Kohlendioxid-Ausgasungen wurden im Bereich Akhaltsikhe dokumentiert, sind aber lokal begrenzt.

Vulkanisch assoziierte Gefahren

Die Gefahrenbewertung umfasst auch indirekte vulkanische Risiken:

  • Lahar (Vulkan-Schlammstrom): Wenn schnell schmelzende Gletscher mit Vulkansedimenten interagieren, entstehen Lahare – besonders relevant für den Kazbek-Bereich.
  • Geothermale Aktivität: Mehrere geothermale Felder (Borjomi, Abastumani) zeigen unterirdische Wärmeaktivität, die mit der vulkanischen Geschichte zusammenhängt.
  • Gasaustritt: In vulkanisch geprägten Regionen des Djavakheti-Hochlands sind vereinzelt natürliche CO₂-Ausgasungen dokumentiert.

Im Alltag ist das Vulkanrisiko in Georgien für Bewohner Tiflisʼ oder anderer Tieflandregionen praktisch irrelevant. Die potenziell aktiven Strukturen (Kazbek, Djavakheti) liegen in dünn besiedelten Bergregionen. Wer in der Kazbegi-Region wandert oder lebt, sollte Schlammstrom-Gefahren auf der Georgischen Heerstraße kennen – besonders nach Starkregen oder ungewöhnlichem Wetter an den Kazbek-Flanken.

Methodik: Wie kommt der Score zustande?

Der Rohwert für das Vulkanrisiko basiert auf einer geologischen Klassifikation der Territorialpräsenz vulkanischer Strukturen. Georgien erhält die Kategorie HIG (High) – zweithöchste Stufe – aufgrund der nachgewiesenen vulkanischen Geographie: potenziell aktiver Kazbek-Stratovulkan, ausgedehnte Djavakheti-Vulkanlandschaft und geophysikalisch aktive Zonen im Untergrund. Der Score von 78/100 reflektiert, dass diese Strukturen zwar geologisch präsent, aber in der aktuellen geologischen Periode nicht aktiv eruptiv sind – das Risiko für Bewohner ist real im Sinne geologischer Prädisposition, aber niedrig im Sinne kurzfristiger Bedrohung.

Fazit: Georgiens HIG-Einstufung für Vulkanrisiko spiegelt die geologische Natur des Landes als Teil des kaukasischen Vulkangürtels wider – nicht eine akute Bedrohung für Bewohner. Die relevanten Gefahren sind indirekte: Schlammströme aus Gletschern und geothermale Phänomene. Für Tieflandbewohner und Stadtbewohner ist das Vulkanrisiko kein Alltagsthema.

Quellen:

Dieser Artikel wurde erstellt am 5. Mai 2026

Vulkanrisiko — Globales Ranking ↗

# Land Wert Score
1 Malediven no-data 95
2 Finnland no-data 92
2 Lettland no-data 92
2 Estland no-data 92
2 Litauen no-data 92
136 Aserbaidschan HIG 78
136 Grenada LOW 78
136 Georgien HIG 78
136 Tadschikistan no-data 78
148 Südkorea HIG 75
229 Montserrat no-data 8
230 Vanuatu HIG 7
231 Island HIG 5
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