Spitzensteuersatz in Georgien
Der Indikator Spitzensteuersatz bewertet die maximale persönliche Einkommensteuerbelastung. Georgien erreicht einen Score von 66/100; der auf der Seite angezeigte Ausgangswert ist 20 %.
Rechtslage: 20 % Flat Tax statt Progression
Georgiens Einkommensteuer ist für die meisten Arbeitseinkünfte bewusst einfach gebaut: Artikel 81 des georgischen Tax Code setzt den regulären Satz der persönlichen Einkommensteuer auf 20 %. Es gibt also keine deutsche oder österreichische Progression mit mehreren Tarifzonen, sondern einen einheitlichen Satz auf steuerpflichtiges Einkommen aus georgischer Quelle. Für Auswanderer ist zusätzlich Artikel 34 wichtig: Eine natürliche Person wird in der Regel steuerlich ansässig, wenn sie sich in einem beliebigen zusammenhängenden Zwölfmonatszeitraum mindestens 183 Tage in Georgien aufhält.
Die praktische Wirkung hängt stark von der Einkunftsart ab. Gehalt aus georgischer Beschäftigung wird regelmäßig über den Arbeitgeber einbehalten. Wer dagegen als Einzelunternehmer arbeitet, kann in Sonderregime fallen, muss aber Registrierung, Rechnungsstellung und Quellenregeln sauber dokumentieren.
Sonderregime: Micro und Small Business können viel niedriger liegen
Der 20-%-Satz ist nicht die ganze Geschichte. Der Tax Code kennt ein Micro-Business-Regime für natürliche Personen ohne Angestellte mit höchstens 30.000 GEL Bruttoeinnahmen pro Jahr; diese Personen zahlen auf diese Tätigkeit keine Einkommensteuer. Das Small-Business-Regime kann für registrierte Einzelunternehmer bis 500.000 GEL Jahresumsatz einen Satz von 1 % ermöglichen. Wird die Schwelle im laufenden Jahr überschritten, steigt der Satz für die betroffenen Monate auf 3 %; bestimmte Tätigkeiten sind ausgeschlossen.
Für digitale Nomaden ist das attraktiv, aber nicht automatisch. Wer faktisch nur einen Arbeitgeber bedient, in Georgien für einen georgischen Kunden arbeitet oder Beschäftigungsmerkmale erfüllt, kann nicht beliebig in ein Unternehmerregime ausweichen. Die niedrigen Sonderregime sind ein Compliance-Thema, kein Freifahrtschein.
Ausnahmen: Territorialität, 5-%-Fälle und Quellensteuer
Georgien ist bei natürlichen Personen territorial geprägt. Artikel 82 befreit Einkommen eines georgischen Steuerresidenten, das nicht aus georgischer Quelle stammt. Daneben gibt es reduzierte Sätze, etwa 5 % auf bestimmte Wohnraummieten und auf Gewinne aus dem Verkauf eines Fahrzeugs oder einer Wohnung mit Grundstück. Dividenden und Zinsen haben wiederum eigene Quellensteuersätze von 5 %.
Die Abgrenzung ist entscheidend: Arbeit physisch in Tiflis für einen georgischen Auftraggeber, georgische Immobilienerträge oder eine georgische Betriebsstätte sind andere Fälle als Honorare aus einem ausländischen Kundenstamm ohne georgische Quelle. Auch Doppelbesteuerungsabkommen ändern nicht den georgischen Tarif, sondern verteilen Besteuerungsrechte.
Internationaler Vergleich
Im Vergleich ist Georgiens 20-%-Satz niedrig, aber nicht null. Deutschland liegt in der Nomadino-Matrix bei 47,5 %, Österreich bei 55 %, die Schweiz bei 40 %, die USA bei 37 %, Estland bei 22 % und Singapur bei 24 %. Die Vereinigten Arabischen Emirate stehen bei 0 %, weil es dort für die meisten Privatpersonen keine allgemeine Einkommensteuer gibt.
Für DACH-Auswanderer bedeutet das: Georgien ist deutlich einfacher und niedriger als Deutschland oder Österreich, aber die eigentliche Steuerplanung entsteht aus der Kombination aus 20 % Flat Tax, territorialer Freistellung ausländischer Einkünfte und den Unternehmer-Sonderregimen.
Methodik: Wie kommt der Score zustande?
Der Score skaliert den oberen persönlichen Einkommensteuersatz invers: Je niedriger der relevante Spitzenwert, desto höher der Score. Georgiens 20 % führen deshalb zu einer guten, aber nicht maximalen Bewertung; Länder ohne persönliche Einkommensteuer schneiden bei diesem Einzelindikator stärker ab, Hochsteuerländer schwächer.
Fazit: Georgien ist bei der persönlichen Einkommensteuer vor allem wegen der einfachen 20-%-Flat-Tax, der Territorialregeln und der Micro-/Small-Business-Regime attraktiv. Wer als Expat oder Remote-Unternehmer nach Georgien zieht, sollte aber zuerst klären, ob sein Einkommen georgische Quelle hat und ob ein Sonderregime wirklich anwendbar ist.
Quellen
- Tax Code of Georgia, Artikel 34, 81, 82, 84, 90
- PwC Worldwide Tax Summaries – Georgia: Personal Income Tax
- PwC Worldwide Tax Summaries – Georgia: Income Determination
Dieser Artikel wurde erstellt am 17. Mai 2026
Spitzensteuersatz — Globales Ranking ↗
| # | Land | Wert | Score |
|---|---|---|---|
| 1 | Bermuda |
0 % | 100 |
| 1 | Kuwait |
0 % | 100 |
| 1 | Katar |
0 % | 100 |
| 1 | Monaco |
0 % | 100 |
| 1 | Brunei |
0 % | 100 |
| … | |||
| 56 | Afghanistan |
20 % | 66 |
| 56 | Fidschi |
20 % | 66 |
| 56 | Georgien |
20 % | 66 |
| 56 | Armenien |
20 % | 66 |
| 56 | Tonga |
20 % | 66 |
| … | |||
| 228 | Japan |
55,9 % | 8 |
| 230 | Finnland |
56,9 % | 6 |
| 231 | Tschad |
60 % | 1 |












